Politik 1

 

 

 

Was unsere Politiker noch lernen müssen:

Ø                     Niemand verlässt seine Heimat freiwillig.

Ø                     Niemand lebt gerne von Almosen.

Ø                     Niemand verlässt gerne die Realität.

 

 

Coordination gegen BAYER-Gefahren trauert um Friedel Geisler

 

20. September 2011 -- Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) trauert um ihr langjähriges Vorstandsmitglied Friedel Geisler, die am vergangenen Freitag im Alter von 81 Jahren verstorben ist.

 

Geboren wurde Friedel Geisler in Berlin als zweites von 17 Kindern. Mit 21 Jahren heiratete sie einen evangelischen Pfarrer und bekam drei Kinder. Mit 40 holte sie ihr Abitur nach und studierte Theologie. Mit 43 Jahren wurde sie plötzlich Witwe und musste ihre Familie ernähren. Kurz nach dem Tod ihres Mannes erhielt sie beim Solinger Kirchenkreis eine Stelle als Pastorin.

 

Friedel Geisler hat sich um den Aufbau des internationalen Netzwerks der Coordination gegen BAYER-Gefahren sehr verdient gemacht. Im Rahmen des spektakulären Prozesses, mit dem die BAYER AG Ende der 80er Jahre vergeblich versuchte, die CBG auszuschalten, war sie vom Konzern persönlich beklagt worden.

 

International bekannt wurde auch, dass Friedel Geisler 1988 wegen ihres BAYER-kritischen Engagements der Pastorentitel entzogen wurde - ein in der Evangelischen Landeskirche im Rheinland bis heute einmaliger Fall. Der Skandal führte zu langjährigen Diskussionen und Protesten innerhalb der Landeskirche, stand auf zwei Evangelischen Kirchentagen im Zentrum der Debatte und zog viele Kirchenaustritte nach sich.

 

Der SPIEGEL schrieb damals: Die evangelische Pastorin Friedel Geisler redet dem BAYER-Vorstand seit 1985 auf den Hauptversammlungen ins Gewissen. Mit Salomos Sprüchen geißelt sie überhöhte Medikamenten-Preise des Konzerns in der Dritten Welt. "Teile der evangelischen Kirche", klagte Bayer-Chef Strenger darauf letztes Jahr, würden sich "an der Diffamierung unseres Unternehmens beteiligen". Wie bestellt kam dazu aus der Aktionärsversammlung die Frage nach den Kirchensteuern, die BAYER-Mitarbeiter zahlen. Antwort: Allein 24 Millionen an die evangelische Kirche. "Innerkirchlichen Schaden", entdeckte da Friedel Geislers Superintendent Ernst Günther, habe die Pastorin mit ihren Auftritten bei BAYER angerichtet.

 

Friedel Geisler war bis zuletzt bei der CBG aktiv, unter anderem in der Kirchentags-Gruppe. Auch war sie langjähriges Mitglied der Solidarischen Kirche im Rheinland (Soki). Privat arbeitete sie als Psychotherapeutin. In ihrer Heimatstadt Solingen beteiligte sie sich an vielen Projekten: Sie gründete die Funzel, Vorläufer der Jugend- und Drogenberatung, war Vorstandsmitglied von Frauen helfen Frauen und hob das Internationale Frauenzentrum mit aus der Taufe. Zudem reiste sie immer wieder nach Nicaragua und unterstützte dort zahlreiche Projekte.

 

Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Mit Friedel Geisler verlieren wir nicht nur eine treue Mitstreiterin und verdienstvolle Aktivistin, sondern auch eine Streiterin gegen Konzernmacht, Ausbeutung und Unterdrückung. Friedel war bis zuletzt sehr an der weiteren Stärkung der CBG gelegen. In der derzeitigen Krise der CBG hat sie alles getan, um den Fortbestand des Netzwerks zu sichern.“

 

 

 

 

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