Sozialistisch

 

Der Entwicklung nicht hinterherlaufen, sondern der Entwicklung voraus sein.

 

 

Patriarchat

 

Die Frau ist Eigentum des Mannes. Das äußert sich heute in unseren Breitengraden auf diese Weise: Aus Angst vor Vereinzelung hält sich eine Frau zum Sex bereit, nicht aus Lust ihres Körpers. Ein Mann, der für Sex gerade nicht eine geeignete Frau in der Nähe hat, befriedigt sich selbst, aber nicht nach Maßgabe seines Körpers, sondern handwerklich. Nicht aus der Bewegung seines Beckens, sondern mit der Hand. Handwerklich geht ein Lebewesen in Not vor, sonst lässt es seinem Körper freie Hand.

 

Das gilt natürlich nicht für alle Menschen in einer patriarchalischen Gesellschaft. Wer sich anders verhält, wer sich von seinem Körper bestimmen lässt, nicht von Angst und Not, lebt schon subversiv.

 

 

 

 

 

 

Macht der Masse die existierende Gesellschaftsform keinen Spaß mehr?

Hat sie eine klare Erfahrung und Vorstellung davon, wie sie leben möchte?

An diesen beiden Fragen entscheidet sich der Übergang zu einer anderen Gesellschaftsform. Der Übergang vollzieht sich aber nicht auf verschiedenen Ebenen zu verschiedenen Zeiten. Z.B. gilt in dieser Gesellschaft schon lange nicht mehr, dass andere bestimmen, mit wem mensch zusammenlebt, oder dass einem ein Erwerbsarbeitsplatz ein Leben lang angeboten wird.

Eine Revolution beginnt mit der Frage: Womit geben sich die Menschen insgeheim nicht ab?

 

 

Für wen kämpfen wir?

 

Indem wir uns im globalen Wettbewerb behaupten, verteidigen wir nur das Zinsniveau und die Verwertungsbedingungen unserer nationalen Profiteure.

 

Indem wir unseren Betrieb im lokalen Wettbewerb behaupten, verteidigen wir nur die Profite der Aktionäre unsere Betriebs.

 

 

 

Strategie

 

auf dem Weg zum Sozialismus muss es sein,

1.   nicht partikulär, sondern ganzheitlich vorzugehen, z.B.:

„Ich brauche keine Religion.“

„Ich orientiere mich an meinen sinnlichen Bedürfnissen.“

„Ich will nicht reich werden.“

„Ich suche primär eine Gemeinschaft, nicht eineN SexpartnerIn.“

„Ich wirtschafte ohne Tauschverhältnisse.“

Jede dieser Haltungen reicht für sich genommen nicht aus, sondern alle und noch viel mehr müssen gleichzeitig ein Bedürfnis (kein Wille!) sein.

2.   die Keime einer Alternative im Gegenwärtigen zu sehen und diese zu stärken, z.B.:

-      wenn Menschen nur begrenzt erwerbstätig sind und sich mit dem Erworbenen auf ein subsistentes Wirtschaften zurückziehen

-      wenn Menschen ihre Erwerbstätigkeit nur als Nebenprodukt ihres persönlichen Lebens betrachten

-      wenn Menschen in autonomen Kooperativen leben

-      wenn Menschen ehrenamtlich arbeiten wollen

 

 

Liebe Mag Wompel,

 

Ich weiß nicht, worüber Du Dich mit Hans-Dieter Hey streitest; aber es ist doch wohl klar, dass auf den Kapitalismus notwendigerweise der Faschismus folgt. Trotzdem kein Grund zur Verzweiflung, wenngleich er und Peter Grottian und die WASG und viele andere es nicht schaffen, die Massen gegen diese Katastrophe zu bewegen, die Lemminge vor dem Abgrund umzulenken.  Die Alternative zum Marsch in den Abgrund liegt jedoch nicht in der Bewegung, sondern im Innehalten. Nicht mit irgendwelchen Forderungen auf die Straßen gehen, sondern mit Liegestühlen die Straßen blockieren, bildlich gesprochen. „Ich mach hier nicht mehr mit. Meine Vorfahren hatten ein Stück Land, von dem sie leben konnten. Das hat man ihnen weggenommen. Trotzdem habe ich ein Recht auf Leben. Wenn alle nur gut leben und nicht reich werden wollen, ist das finanzierbar. Deshalb ist es legitim, wenn ich mir dieses Recht nehme ohne erzwungene Gegenleistung." Vordergründig gesagt. Weshalb das aber noch nicht die Massen  bewegt, liegt daran, dass im Hintergrund noch einiges unklar ist, wissenschaftlich und politisch, bzw. noch einige bittere Einsichten von denen von denen vollzogen werden müssen, die besonders für die Struktur dieser Gesellschaft verantwortlich sind.

 

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, hier meine Position. Zum Faschismus. Wenn der Kapitalismus nur dadurch florieren kann, dass er Arbeitsplätze und damit Menschen vernichtet, wird irgendwann sein Gewaltprinzip offenbar. Die Massen begehren auf, weil sie Versprochenes (Lebensrecht gegen Erwerbsarbeit) nicht erhalten, und müssen in Zaum gehalten werden. Die Gewalt ist jedoch schon vorher im Kapitalismus angelegt, in der Ausbeutung, von dem Beschiss am Arbeitsplatz über die kostenlose Arbeit im Privathaushalt bis zur kostenlosen Pflege alter und kranker Menschen im Privathaushalt. Statistisch belegt ist dass vier von fünf Pflegepersonen  durch ihre Ausbeutung selbst krank werden. Ähnliches darf auch für die Ausbeutung am Arbeitsplatz angenommen werden. Diese Krankheit infolge Ausbeutung ist dort meistens nur verdeckt, weil sie durch vielfache Süchte kompensiert wird, durch den Verzehr von Drogen verschiedenster Art, durch einen Kaufrausch, durch Produktion und Konsum von „Kultur", durch „Urlaub", durch Religion/Ideologie. In dem Maße, wie Arbeitsplätze verschwinden, beherrschen solche Süchte immer mehr die kapitalistische Gesellschaft  und sind den Herrschenden als Dope höchst willkommen, wenn die Massen gegen die offenbare Gewalt gegen sie aufbegehren. Das zur Makropsychologie. In der Mikropsychologie  bewirkt noch ein anderer  Mechanismus den Faschismus. „JedeR gegen jedeN" heißt es im Kapitalismus, jedeR wird vereinzelt und dreht sein eigenes Ding. Wenn nun jemand kommt und Transparenz solcher Geschehnisse in einer Gesellschaft verlangt, Recht und Demokratie, wird er zum Feind jener Vereinzelten, die weiter ihr Ding im Verborgenen drehen wollen. Er wird zum Außenseiter und Unruhestifter gestempelt, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, für vogelfrei erklärt. Zu diesem Zweck vereinigen sich die Vereinzelten wieder. JedeR kann dieses Syndrom bei sich und in seiner/ihrer Nachbarschaft feststellen.

 

Der Faschismus hat also seine Wurzeln im Kapitalismus, und dessen Wurzeln reichen zurück bis ins Patriarchat, in dem der Begriff des Eigentums entstand („ein Mann besitzt eine Frau"), aus dem sich dann notwendig Tauschverhältnisse, Geld, Waren, Staat, ökonomischer Wettbewerb, Wirtschaftswachstum als Fetisch und schließlich Kapitalismus entwickelten. Die Wahnvorstellung des Eigentums im Patriarchat interpretiere ich als Kompensation einer Schwäche. Der Mensch ist biologisch eine Frühgeburt. Dieses Manko im Vergleich zu anderen Tieren versucht er durch Gewalt über andere seiner Art oder anderer Arten zu kompensieren. Auch die Entwicklung neuer Technologien verstehe ich als Form einer solchen Gewalt. Je stärker er jedoch sein Manko kompensieren will, desto schneller zerstört er sich selbst. Der Mensch als Unfall in der Natur. Wie er gekommen ist, wird er auch wieder verschwinden.

 

Damit vertrete ich nicht einen „Kulturpessimismus" und verdamme nicht neue Technologien. Angesichts der Massen von Menschen auf der Erde brauchen wir sie, auch die Städte, wenngleich ich gegen eine Urbanisierung bin, die Städte können „dörflicher" gestaltet werden und werden es auch schon. Wir sollten nur zur Kenntnis nehmen, dass sich wissenschaftlich (für andere nachvollziehbar) schlecht etwas anderes beweisen lässt. Wenn wir in uns in diesem Sinne einmal entspannt zurücklehnen und uns für das nehmen, was  wir sind, Menschen mit bestimmten sinnlichen Bedürfnissen, können wir uns von dem „Überbau" befreien. Dann entwachsen uns, den Massen, Kräfte, die im politischen Sinn etwas bewegen. JedeR hat schon solche Momente in seinem/ihrem Alltag, in der „Liebe“, in seinem „Dorf“, in der Natur erlebt, ihnen jedoch keine Priorität eingeräumt. Die Massen werden einer solchen Priorität zuneigen, wenn sie in der EU ein Recht auf  ein bedingungsloses Grundeinkommen (von 1500 € netto monatlich in Deutschland) haben. Viele werden dann „ehrenamtlich“ einer gesellschaftlichen Arbeit nachgehen, viele werden weiter gegen Lohn arbeiten, weil sie einen höheren Lebensstandard brauchen. Auf der einen Seite wird diese Politik deshalb nicht so teuer kommen, wie von vielen befürchtet, auf der anderen Seite macht sie nur Sinn, wenn in der Tendenz gemeinsam gewirtschaftet  und der Erwirtschaftete geteilt wird, mensch also ohne Geld und Tauschverhältnisse auskommt. Wenn die EU immer mehr zum Selbstversorger wird, auf den Außenhandel weitgehend verzichtet wird, Nachbarschaften, „Dörfer", Regionen weitgehend subsistent leben und der Überschuss an die Dritte Welt geht. Der kapitalistische Trend, dass viele Länder auf der Erde sich nicht mehr selbst ernähren können, muss rückgängig gemacht werden. Ein gesichertes Auskommen befreit die Menschen von ihrer Angst vor dem Nächsten und entzieht damit dem Kapitalismus seine Grundlage. Sie werden wieder ohne Erwartung einer Gegenleistung, ohne Geld für andere arbeiten, wie sie es schon immer getan haben – in ihrer Familie, in ihrer Nachbarschaft, unter Freunden: „Wir können uns selbst versorgen. Wir können uns selbst organisieren. In den überschaubaren Bereichen eines „Dorfes" oder einer Region. Wirr brauchen keinen Staat.“

 

 

Der Faschismus lässt sich also aufhalten, wenn in Deutschland jedeR sagt, ich habe ein Recht auf 1500 € netto monatlich, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Hier wird nicht ein Recht auf Faulheit propagiert, sondern ein Weg aus dem Kapitalismus, indem es nur darum geht, die sinnlichen Bedürfnisse eines/einer jeden zu befriedigen, und nicht um den Wettbewerb von Standorten, um die Vergötterung des Menschen, nicht um „größer, schneller, weiter“.

 

Herzliche Grüße                                                        Karl-Heinz Thier

 

Revolution

 

Im Kapitalismus sind viele Menschen nicht einverstanden mit dem Kurs der Herrschenden; aber wie kann mensch effektiv etwas dagegen tun? Arbeiter, Fluglotsen, Wissenschaftler begehrten gegen Herrschende auf, weil sie wussten, dass die Macht der Herrschenden zu brechen ist, wenn sie nicht mitmachten; aber es waren ihrer zu wenige, und sie ließen sich spalten, und sie forderten mehr Geld durch mehr wirtschaftliches Wachstum. Das war jedoch falsch. Nicht Falsches fordern für falsches Tun, sondern Richtiges tun.

 

Richtig war: Nicht mitmachen! Aber im Sinne von: Seine eigene Sache machen. Autonom sein. Souverän sein. Nicht im egoistischen Sinne. Sondern kollektiv: im Kreis vertrauter Menschen.

 

Diese Haltung wird von einer Mehrheit verstanden und ist für sie attraktiv. Hier sieht sie eine Perspektive, die Macht der Herrschenden zu brechen, sich nicht an deren Stelle zu setzen, sondern sich selbst zu organisieren.

 

Sozialismus muss in allen Bereichen gleichzeitig umgesetzt werden oder gar nicht:

Ø ökonomisch

Ø ökologisch

Ø rechtlich

Ø sozial

Ø innenpolitisch

Ø außenpolitisch

Ø kulturell

Individuell wie gesellschaftlich.